Florian Klenk Dissertation Meaning

Florian Klenk, stellvertretender Chefredakteur und Politikchef des "Falter", spricht in seinen Vorlesungen über Investigativen Journalismus, über Rechercheverfahren und die Notwendigkeit von Enthüllungsjournalismus für eine kritische Öffentlichkeit.

Florian Klenk stehe "in exponierter Weise für unbestechlichen Journalismus" – so lautet die Jurybegründung für die Verleihung des Kurt-Vorhofer-Preises 2005 für den Aufdeckungsjournalisten, der für seine journalistische Arbeit auch mit zahlreichen weiteren Preise ausgezeichnet wurde. Diese Auszeichnungen dokumentieren Klenks journalistische Kompetenzen und sind (auch) ein wichtiges Indiz für Qualitätsjournalismus.

"Investigativer Journalismus wird öfter gelobt und gefordert als praktiziert", meint Hannes Haas, Leiter der "Theodor Herzl-Dozentur". "Mit Florian Klenk konnten wir den legitimen Nachfolger des großen Aufdeckers Alfred Worm für die Dozentur gewinnen."

Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Menschenhandel oder Missstände im österreichischen Justiz- und Polizeiapparat sind immer wieder seine Themen. Ob das seine Recherchen zum Tod von Seibane Wague waren, der 2003 bei einem Polizeieinsatz ums Leben gekommenen war, oder davor zum Tod von Marcus Omofuma, oder zuletzt seine Veröffentlichungen vertraulicher Akten aus der Weisungsabteilung des Österreichischen Justizministeriums: Klenks Recherchen führten zu gerichtlichen Anklagen und öffentliche Debatten.

Karriere-Stationen

Seine journalistische Tätigkeit begann Klenk (Jahrgang 1973) als freier Mitarbeiter beim "Kurier", wo er vor allem Gerichtsreportagen verfasst hat, anschließend arbeitete er acht Jahre als freier Mitarbeiter und Redakteur beim "Falter" und studierte Jus. Seine Dissertation über "Pressefreiheit und Unschuldsvermutung. Rechtsprobleme der Kriminalberichterstattung unter besonderer Berücksichtigung der Europäischen Menschenrechtskonvention und des Mediengesetzes" aus dem Jahr 2001 behandelt Themen, die ihn im journalistischen Berufsleben ständig weiter beschäftigen sollten.
Nach seinem Wechsel zur "Zeit" kehrte er im Mai 2007 als stellvertretender Chefredakteur und Politikchef zum "Falter" zurück.

"Im Namen der Show"

In seinem Blog schreibt Klenk 2009 anlässlich des Falles Josef F. über den Unterschied zwischen gesellschaftlich notwendiger Aufdeckung und Instrumentalisierung der Medien durch Anwälte, Politiker oder Geschäftsinteressen unter dem Titel "Im Namen der Show": „Ob Tierschützer in Haft wandern, ob gegen Waffenlobbyisten konsequent ermittelt wird, ob Politiker mit der gleichen Härte verhört werden wie Normalbürger – das kann die Öffentlichkeit eben nur bewerten, wenn die Presse von Anwälten Betroffener und ‚Whistleblowern‘ mit Akten versorgt werden kann. Mit den medialen Gegengeschäften von ‚Topanwälten‘ in Sexualstrafsachen hat dies freilich nichts gemein. Und hier wird die Gefahr dieser Justizunterhaltungsmaschine sichtbar. Sie überrollt, was sie vorgibt zu sein: die kritische Öffentlichkeit."
Einen seiner zahlreichen Preise – den "Alice-Schwarzer-Männerpreis 2008" - erhielt Klenk übrigens von seiner Vorgängerin als Herzl-Dozentin Alice Schwarzer für seine Reportage über Frauenhandel "Die nackte Gewalt" ("Die Zeit", 2006).


Theodor Herzl-Dozentur

Diese Dozentur an der Universität Wien ist nach dem großen Wiener Journalisten Theodor Herzl benannt. Sie wurde 2000 von Univ.-Prof. Dr. Wolfgang R. Langenbucher am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft begründet, von 2008 bis zu seinem Tod im März 2014 wurde sie vom ehemaligen Vorstand des Instituts, Univ.-Prof. Dr. Hannes Haas, geleitet.
Die Poetik des Journalismus analysiert journalistische Werke, die Bedingungen ihrer Entstehung, die Methoden und Verfahren, die Kontexte und Herstellungsprozesse. Darüber und über ihre Position, ihre Arbeitsweisen und ihren Zugang zum Journalismus reflektieren die Journalistinnen und Journalisten in ihren Vorträgen.
Die Dozentur versteht sich als Teil einer langen und internationalen universitären Tradition, die in den Bereichen von Musik, Literatur und Kunst selbstverständlich geworden ist: wichtige Journalistinnen bzw. Journalisten reflektieren in Gastvorlesungen ihre Arbeiten, deren Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Journalismus wird dabei als eine gesellschaftliche Leistung verstanden, deren Vielfältigkeit und schöpferische Qualitäten thematisiert werden sollen.
Im Rahmen der Theodor Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus haben seit 2000 Journalistinnen und Journalisten wie Margrit Sprecher, Kai Hermann, Herbert Riehl-Heyse, Peter Huemer, Luc Jochimsen, Klaus Harpprecht, Gerhard Kromschröder, Sibylle Hamann und Antonia Rados Vorlesungen gehalten, die im Picus-Verlag jeweils als Buch veröffentlicht worden sind. Die Publikation der Theodor Herzl-Dozentin 2009 Alice Schwarzer erscheint demnächst unter dem Titel: "Journalistin aus Passion. Von der Volontärin zur Blattmacherin."



Theodor Herzl-Dozentur für Poetik des Journalismus 2010:

Florian Klenk

Termine (jeweils 10 bis 12 Uhr)

5. Mai 2010
Investigativer Journalismus als Handwerk.
Sehen, sammeln, sichten: Wie Enthüllungsjournalismus funktioniert.

12. Mai 2010
Die Grenzen des investigativen Journalismus.
Hetzen, stalken, schnüffeln: Enthüllungsjournalismus, Rufmord und das Recht auf Privatleben. Die Fälle Kampusch und Fritzl.

19. Mai 2010
Investigativer Journalismus als Kunst der Analyse und Darstellung.
"Fischen im Klaren": wie der Fall des Guantánamo-Häftlings Murat Kurnaz zum Skandal wurde.

Hauptgebäude der Universität Wien, HS 33
Dr.-Karl-Lueger-Ring 1, 1010 Wien

Rückfragehinweis
Martina Winkler: 01 – 4277 – 49330
Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien
A – 1180 Wien, Schopenhauerstr. 32
E- Mail: martina.winkler@univie.ac.at


Dr. Florian Klenk – Theodor Herzl-Dozent im Sommersemester 2010

Lebenslauf

Geb. 1973; Jurist und Investigativer Journalist
Freier Mitarbeiter beim "Kurier" (Gerichtssreportagen)
Freier Mitarbeiter, dann Redakteur beim "Falter"
Nov. 2005 bis April 2006: Redakteur "Die Zeit", Hamburg
Seit Mai 2006 Politikchef und stv. Chefredakteur beim „Falter“
Seit August 2004 Watchblog: www.florianklenk.com
Unterrichtet Recherche an der FH Wien

Preise und Auszeichnungen

  • Concordia-Preis 2000
  • Claus-Gatterer-Preis 2002
  • Leopold Ungar Preis 2004
  • Kurt-Vorhofer-Preis 2005
  • Österr. "Journalist des Jahres" 2005
  • Österr. "Investigativer Journalist des Jahres": 2007, 2008, 2009
  • "Männerpreis" von Alice Schwarzers "Emma" im Jahr 2008
  • Journalistenpreis "Writing for CEE 2008" für eine Reportage über die Situation außerhalb der neuen Schengengrenze

Florian Klenk (* 23. Juni1973) ist ein österreichischerJurist, Enthüllungsjournalist und Buchautor. Seit Anfang Juni 2012 ist er Chefredakteur der österreichischen Wochenzeitung Falter.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klenk ist promovierter Jurist. Er studierte Rechtswissenschaft in Wien und den Niederlanden und strebte ursprünglich an, Strafverteidiger zu werden. Seine Dissertation „Pressefreiheit und Unschuldsvermutung“ (2000) hatte die Rechtsprobleme der Kriminalberichterstattung unter besonderer Berücksichtigung der Europäischen Menschenrechtskonvention und des Mediengesetzes zum Inhalt.

Während des Studiums war Klenk bei helping hands engagiert, einer im Bereich der Rechtsberatung zum Fremdenrecht tätigen NGO. Viele der Fälle betrafen in dieser Zeit, den Jahren des Bosnienkrieges, Flüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien. Daneben arbeitete er auch als freier Mitarbeiter bei der Tageszeitung Kurier, wo er vorwiegend mit Gerichtsreportagen befasst war. Die Möglichkeit, auf diese Weise auf Vorgänge und Missstände hinweisen und mitunter mehr bewegen zu können als in der Funktion des Rechtsberaters, führte dazu, dass er ganz zum Journalismus wechselte.

Er wurde freier Mitarbeiter und Redakteur der Wiener Wochenzeitung Falter. Von November 2005 an war er als Redakteur für Die Zeit in Hamburg tätig und kehrte im Mai 2007 als Politikchef und stellvertretender Chefredakteur zum Falter zurück. Seit August 2004 betreibt er „Klenks Watchblog“. An der FH Wien unterrichtet er am Institut für Journalismus & Medienmanagement Recherche[1]. Im Sommersemester 2010 hatte Klenk die Theodor-Herzl-Dozentur für „Poetik des Journalismus“ an der Universität Wien inne.

Bekannt ist Klenk als investigativer Journalist, u. a. in Bezug auf Menschenrechtsverletzungen, Korruption, Menschenhandel oder Missstände im Justiz- und Polizeiapparat. Seine Recherchen über Wiener Frauenhändler waren Grundlage für Elfriede Jelineks Stück „Über Tiere“. Besondere mediale Aufmerksamkeit fanden Klenks Recherchen zum Fall des im Juli 2003 bei einem Polizeieinsatz in Wien ums Leben gekommenen Exil-Mauretaniers Seibane Wague und des erstickten Schubhäftlings Marcus Omofuma. Er deckte auch menschenunwürdige Haftbedingungen in österreichischen Gefängnissen auf, etwa in Krems-Stein und in der Justizanstalt Josefstadt. Bei der Zeit dokumentierte er Missstände sowie die Verwicklungen deutscher Behörden in das Gefangenenlager der Guantanamo Bay Naval Base.

2005 kritisierten einige Anti-Rassismus-Initiativen[2] und die Zeitschrift malmoe[3] Klenk wegen einer Reportage[4] über Drogenkriminalität. Sie warfen ihm vor, er habe in seiner Argumentation zum Teil Stereotype verwendet, die auch von Rassisten verwendet werden. Klenk und die Chefredaktion des "Falters" wiesen diese Vorwürfe zurück. Auch die Zeitschrift der Initiative Minderheiten verteidigte den Journalisten gegenüber der Art der Angriffe.[5]

Im Herbst 2007 war Klenk an der Aufdeckung der Amtsmissbrauchaffären in der Wiener Polizei im Zusammenhang mit dem Verein der Freunde der Wiener Polizei beteiligt. Im August 2009 veröffentlichte er vertrauliche Akten aus der Weisungsabteilung des Bundesministeriums für Justiz, die den Verdacht politischer Einflussnahmen in sensiblen Strafverfahren gegen Politiker, Richter und Polizisten nahelegten. Die Enthüllungen lösten eine breite Debatte über das Weisungsrecht des Justizministers aus. Kurz nach Erscheinen der Artikelserie wurde Klenks Weblog vom Justizministerium kurzzeitig blockiert, sodass die Mitarbeiter im Ministerium keinen Zugriff mehr darauf hatten. Klenk warf dem Ministerium Zensur vor. Die Justizministerin wies die Vorwürfe zurück und berief sich auf einen automatisch, anhand von Stichworten arbeitenden Filter.[6]

In der Spenden- und Spesenaffäre des ehemaligen österreichischen Finanzministers Karl-Heinz Grasser enthüllte er immer wieder verschiedene Vorgänge und Machenschaften. Im Dezember 2010 publizierte er Auszüge aus ihm zugespielten Telefonüberwachungsprotokollen von Gesprächen Grassers mit mehreren Beratern und Geschäftspartnern[7]. Die Kabarettisten Florian Scheuba, Robert Palfrader und Thomas Maurer inszenierten mit den Protokollen unter Klenks Regie eine Lesung im Audimax der Universität Wien, die von Hans Rauscher als „neuer österreichischer Nationalepos“ bezeichnet wurden.

Im März 2011 erschien Florian Klenks erstes Buch, „Früher war hier das Ende der Welt“, mit 16 zuvor bereits zum Teil im Falter publizierten Reportagen.

2016 war er für das International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) des Center for Public Integrity (CPI) an der Auswertung der Panama Papers beteiligt.[8] Anfang 2017 veröffentlichte er einen Bericht zur Dr. Erwin Pröll Privatstiftung, die Enthüllung führte zu einem Rechnungshofbericht und danach zur Auflösung des Stiftung.[9] Nachdem die Journalistin Anna Thalhammer (Die Presse) im Herbst 2017 Enthüllungen über sexuelle Belästigung von Peter Pilz veröffentlichte, bekam Klenk via Twitter Hinweise auf weitere ähnliche Vorkommnisse und konfrontierte Pilz damit. Der Listenführer der Liste Pilz trat daraufhin von seinem Mandat zurück bzw. nahm es nicht an.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dissertation: Pressefreiheit und Unschuldsvermutung – Rechtsprobleme der Kriminalberichterstattung unter besonderer Berücksichtigung der Europäischen Menschenrechtskonvention und des Mediengesetzes (2000) (Online, PDF)
  • Beim deutschen Weltblatt. In: Reinhard Christl, Silke Rudorfer (Hrsg.): Wie werde ich Journalist/in? Wege in den Traumberuf. LIT, Wien 2007, ISBN 978-3-7000-0687-9, S. 97 ff. 
  • Florian Klenk: „Früher war hier das Ende der Welt“ – Reportagen. Paul Zsolnay Verlag, Wien 2011. ISBN 978-3-552-05528-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ↑FHWien: Lehrende am Institut für Journalismus & Medienmanagement
  2. ↑no-racism.net: Rassismus in der Wiener Stadtzeitung Falter, 9. Februar 2005
  3. ↑malmoe: Der Falter und die Wut, 11. Februar 2005
  4. Im verlorenen Paradies, Falter vom 19. Jänner 2005 (Memento vom 16. April 2012 im Internet Archive)
  5. ↑Initiative Minderheiten - Stimme von und für Minderheiten, Nr. 54/Frühjahr 2005: "Affäre Klenk" und der Antirassismus
  6. ↑heise online: Österreichs Justizministerium blockiert Website eines kritischen Journalisten, 18. August 2009
  7. „Ich hob mitkassiert, oder?“, Falter vom 22. Dezember 2010 (Memento vom 16. April 2012 im Internet Archive)
  8. orf.at - Datenleck enthüllt Offshore-Geheimnisse. Artikel vom 3. April 2016, abgerufen am 10. April 2016.
  9. Geheimsache Pröll. Falter, Heft 1–2, 2017
  10. Peter Pilz tritt zurück. (falter.at [abgerufen am 17. Dezember 2017]). 
  11. ↑Österreichischer Journalisten Club: Claus-Gatterer-Preis 2002 (Memento vom 28. September 2007 im Internet Archive)
  12. Gattererpreisträger 2002 ist Florian Klenk vom Falter. APA-Meldung vom 4. Mai 2002, abgerufen am 11. März 2015.
  13. Bundespräsident.at : Überreichung des Kurt-Vorhofer-Preises an Florian Klenk (”Falter”) und des Robert-Hochner-Preises 2005 an Andreas Pfeifer (ORF Rom). In: hofburg.at.
  14. ↑ORF: Florian Klenk ist Journalist des Jahres, 19. Dezember 2005
  15. derStandard.at: "Falter"-Chefredakteur Klenk ist Journalist des Jahres. Artikel vom 16. Dezember 2016, abgerufen am 17. Dezember 2016.
  16. Internationaler Journalistenpreis "Writing for CEE" geht an Österreicher Florian Klenk, 18. November 2009
  17. Walther Rode-Preis 2014. Abgerufen am 9. April 2015.

Normdaten (Person): GND: 143748904(PICA, AKS) | VIAF: 168969294 | Wikipedia-Personensuche

Florian Klenk (r.) mit Armin Wolf bei einer Präsentation von Klenks Buch „Früher war hier das Ende der Welt“ – Reportagen (Wien 2011)

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